Olivenöl trifft Gin

Können ein Olivenöl und ein guter Gin was gemeinsam haben?

Gin Tonic mit Olivenöl
© CC0 unsplash.com

Zunächst einmal haben Sie nichts miteinander zu tun, dass eine ist ein Alkohol das andere ein Öl. Ein Gin steht meistens in einer Bar bei schickem Licht und ein Olivenöl in der Küche im Dunkeln. Während der Gin eher auf Partys seine großen Auftritte hat, genießt ein Öl eher beim Kochen seine Aufmerksamkeit. Doch wenn man das Ganze etwas genauer betrachtet, findet man die eine oder andere Gemeinsamkeit. Es sind die elementarsten Dinge, die sie gemeinsam haben, und zwar die Liebe zum Detail, die Arbeit und die Zeit die man reinsteckt. Die Auswahl bester Zutaten machen es zu Produkten, die zu einem besonderen Lebensstil beitragen, und ja, man glaubt es kaum, aber auch ein Gin ist wie ein Olivenöl reich an Anti-Oxidantien.

Darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht, erst nachdem ich mich nach vielen Jahren (mindestens 25) mit Sandro auf ein paar Getränke getroffen hatte. Ich erfuhr, dass er mit einem Partner einen eigenen Gin kreiert hat, einen Gin-Blog betreibt und mittlerweile auch einen ziemlich coolen Podcast führt. Ich bin von den Jungs fasziniert, denn genau wie wir in unser Öl, stecken sie viel Liebe, Arbeit, Energie und Erfahrung in ihren Gin.

Aber Lesen Sie Selbst.

Sandro habe ich gefragt, ob er nicht ein wenig über sich, deren Arbeit und natürlich etwas über ihren „Gin Spes Nostra Es“ schreiben möchte. Seine Zusage hat mich sehr gefreut.

Im Anschluss gibt es ein leckeres Rezept für einen Cocktail, dem berühmten Oliveto. Hier prallen Gin und Olivenöl aufeinander, eigentlich zwei Welten, aber sie kommen gut miteinander klar.

Flasche mit Gin

Ich habe im Jahr 2017 gemeinsam mit einem guten Freund einen Ginblog gegründet, wir wollten damals den Gin in all seiner Vielfalt den Menschen näherbringen. Zwar war das schon mitten im Gin Hype, aber dennoch kannten viele, auch in unserem Freundes- und Bekanntenkreis, die Unterschiede nicht. Nach über 200 probierten Gins stellen wir uns selbst die Frage wie sollte denn unser eigener Gin schmecken. 

Nach eineinhalb Jahren des Probierens, des Brainstormings und auch einigen Streitgesprächen war es so weit, unser “Gin Spes Nostra Es” war geboren. Wir waren uns irgendwann darüber einig, dass wir einen London Dry Gin haben wollen, dieser darf überall auf der Welt hergestellt werden, die Ortsangabe dient rein als Qualitätsmerkmal. Bei einem London Dry Gin muss die Wacholdernote dominant sein, es dürfen keine süßenden Stoffe und schon gar nicht Farb- oder Zusatzstoffe hinzugegeben werden. Der Alkohol, der zur Destillation genutzt wird, muss landwirtschaftlichen Ursprungs sein, in unserem Fall aus Weizen.

Der Name unseres Gins ist aus dem Latein abgeleitet, eigentlich kommt dieser von den Manschettenknöpfen der Schweizer Armee, bei diesen steht “Deux spes nostra es” was so viel wie Gott ist unsere Hoffnung bedeutet. Unser Etikett und unser Deckel wird von einem Engel geziert, dies ist uns ungemein wichtig. Wir heißen im echten Leben Florian (die Blüte) Litzl und Alessandro De Angelis (von Engel), kombiniert man nun die Blüte und den Engel kommt man auf den Engelwurz oder eben die Angelika, eine alt bekannte Heilpflanze. Diese ist als Wurzel und Samen in unserem Gin vertreten und deswegen mit der wichtigsten Zutat. Unsere Zutaten entsprechen höchsten Ansprüchen. Gemeinsam mit unserem Brenner, der in Südtirol sitzt und mit uns am Rezept gearbeitet hat, wurden die Botanicals (so nennt man die Kräuter und Gewürze im Gin) ausgewählt. Dank seiner Kontakte kommen wir in den Genuss absolute A-Ware für unseren Gin zu erhalten. Dazu kommt das klare und gute Wasser aus den italienischen Alpen. Das macht unseren Gin besonders bekömmlich und mild, trotz der 42 % Alkoholvolumen. 

Im Gin steckt auch viel Handarbeit, die uns wichtig war, da wir von Anfang an nicht auf Masse produzieren wollten. Wir haben einen Batch von 200 Flaschen, das heißt pro Brennvorgang gibt es am Ende 100 Liter Gin, der in eine 0,5 Liter fassende Flasche abgefüllt wird. Der Deckel wird von Hand von uns mit einem eigens produzierten Brennstempel mit unserem Engel versehen. Das Etikett kleben wir von Hand auf die Flasche, vorne wie hinten. Das Rückenetikett ist von Hand beschrieben, jeweils mit Batch Nummer und Flaschen Nummer. 

Von vielen unserer Kunden wird diese Handarbeit stark wertgeschätzt, auch die Verbundenheit in unseren Heimatort, den wir immer wieder aufgreifen, kommt sehr gut an. Wir arbeiten bereits an zwei neuen Varianten des Gins, diese sollen dann, um unsere Verbundenheit an unsere Heimat zu zeigen, hier gebrannt werden. Das eine wird eine “Navy Strength” Variante unseres Gins, hier wird das Rezept nicht verändert, sondern nur der Alkohol hochgesetzt. Als Navy Strength darf sich jeder Gin bezeichnen dessen Alkoholgehalt mindestens 57 % beträgt. Der Begriff kommt aus der Seefahrerzeit, als vor allem die Briten ihren Gin auf lange Fahrten mitnahmen und sicherstellen mussten, dass das Schießpulver noch zündet sollte dieses nass werden. Der Zweite soll eine Art Hommage an unseren Heimatort werden. In Markgröningen steigt, wenn nicht gerade Corona wütet, das älteste schwäbische Heimatfest der Schäferlauf. Hier planen wir eine “Sonderauflage” die jedes Jahr zum Fest erscheinen soll. Wie genau dies aussehen soll, darüber sind wir uns gerade nicht im Klaren, Ideen haben wir jedoch genug. Wichtig ist uns auch hier der höchste Qualitätsanspruch an die Botanicals, den Grundalkohol sowie an uns.

Lieber Sandro, vielen Dank. Wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann sogar eine dritte Variante eures Gins, in Kooperation mit IL Barone.

Viel Erfolg mit eurem Gin

Zutaten für die Verschmelzung von Gin und Olivenöl (Oliveto)

  • 6 cl Gin
  • 1 cl Licor 43
  • 3 cl frischer Zitronensaft
  • 1 cl Zuckersirup
  • 1 Eiweiß (Bitte darauf achten, dass es wirklich Frisch ist)
  • 1,5 cl Olivenöl
  • Tonic Water
  • Eiswürfel

Zubereitung

  1. Füllen Sie das Olivenöl mit dem Eiweiß in einen Shaker und schütteln Sie es lange, gut durch, d.h. wirklich lange, sonst verbindet sich das Öl nicht mit dem Eiweiß.
  2. Danach füllen Sie den Gin und den Licor 43 ebenfalls in den Shaker und Schütteln alles ca. 20 Sekunden weiter. Den Shaker abstellen.
  3. Zwischenzeitlich mischen Sie den Zitronensaft und den Zuckersirup in ein Glas.
  4. Geben Sie den Inhalt aus dem Shaker in das Glas und verrühren Sie es noch einmal kurz.
  5. Nun das Eis dazu und alles mit Tonic Water auffüllen.
  6. Dekorieren können Sie es gerne mit Kräutern wie z.B. Rosmarin oder Beeren.

Lassen Sie es sich schmecken

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