Kompakte Fakten rund um das Thema Olivenöl

Erfahren Sie hier interessante Fakten rund um das Thema Olivenöl und fallen Sie so nie mehr auf Gerüchte und Mythen rein

Die Biancolilla Olive, aus dem unser Olivenöl gewonnen wird, gehört zu den einheimischen Sorten auf Sizilien. Vermehrt zu finden ist sie in der Region Agrigento. Den Namen bekam die Olive aufgrund Ihrer Farbe, die die Oliven während der Reifung annehmen. Sie färben sich im Reifeprozess von einem grün zu einem rot bis hin zu violett.

Ein Olivenbaum gibt im Durchschnitt ca. 40 – 60 kg Oliven pro Ernte, diese werfen ungefähr 15 % ihres Gewichts in Öl ab, also 6 bis 9 kg oder 5,5 bis 8,2 Liter pro Baum. Ein Liter Olivenöl wiegt 0,91 kg

Früher war Olivenöl ein so bedeutender Rohstoff, dass dieser sogar als politisches Druckmittel eingesetzt wurde. Olivenöl wurde im Römischen Reich sogar lieber akzeptiert als Geld. Julius Cäsar erlegte einmal den Stadtvätern eine Strafe, sie mussten als Buße 3 Millionen römische Pfund bezahlen oder 1.067.800 Liter Olivenöl abliefern

„Olivenöl“ oder „reines Olivenöl“ ist nur eine Marketingbezeichnung für ein raffiniertes Olivenöl. Um es zu aromatisieren, wird es mit einer kleinen Menge natives Olivenöl extra gemischt. Es hat NICHTS mit einem Qualitätsöl der Güteklasse nativ extra zu tun.

„Kaltgepresst“ ist ein Begriff, der mittlerweile zu Marketingzwecken dient und inhaltslos ist. Heutzutage ist natives Olivenöl extra mehr oder weniger immer kalt gepresst. EU-Vorschriften besagen, dass die Angabe „Kaltgepresst“ nur zulässig ist, wenn die Olivenmasse zur Gewinnung des Öls 27 Grad Celsius nicht übersteigt. Nicht selten wird bei Temperaturen über 30 Grad gepresst, um so den Ertrag zu erhöhen. Diese Öle dürfen sich zwar nativ extra nennen, dürfen sich aber nicht mit dem Begriff „Kaltgepresst“ schmücken.

Es gibt ca. 538 italienische Olivensorten, darunter Leccino, Frantoio, Moraiolo, Biancolilla, Coratina, Moresca, Casaliva, Nocellara und viele andere. Sie machen 40 % aller weltweit bekannten Olivensorten aus. Spanien, das eine höhere Oliven- und Ölproduktion umsetzt, hat ca. 138 Olivensorten, Griechenland 52. Der Grund für die Vielfalt Italiens liegt an den verschiedenen Klimazonen und den unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten.

Super-High-Density,
ist ein System zum Olivenanbau, bei dem im Schnitt ca. 200 Bäume pro 1000qm eng in sauberen Reihen angepflanzt werden um die Oliven mit schweren Erntemaschinen ernten zu können. Zum Vergleich: In traditionellen Olivenhainen, in denen von Hand geerntet wird, stehen ca. 25-50 Bäume auf 1000qm. In dichteren, bepflanzten Plantagen sind es im Schnitt ca. 75-100.

Ein hochwertiges Olivenöl ist reich an Polyphenolen. Viele davon haben eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung. Polyphenolen werden von der medizinischen Wissenschaft, einige positive Effekte auf die Gesundheit unseres Körpers zugeschrieben. Sie wirken z. B. vorbeugend gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Alzheimer. Weil Polyphenole vor Oxidation schützen, kann man mit Olivenöl sogar diverse Lebensmittel haltbar machen.

Die Griechen sind Weltmeister im Olivenölverbrauch. Sie konsumieren ca. 15 Liter Olivenöl pro Kopf und Jahr gegenüber 11 Litern in Italien und Spanien. Die Verbraucher in Deutschland🇩🇪 konsumieren nur einen Liter pro Kopf (Tendenz steigend). In Großbritannien wird ebenfalls nicht mehr als 1 Liter konsumiert und noch weniger in den USA.

Die Farbe eines Olivenöls ist nicht unbedingt ein Qualitätskriterium. Ein gutes Öl kann viele verschiedene Farbnuancen haben, von lebhaftem Grün über Gold bis zu strohgelb. Tester verwenden sogar undurchsichtige Gläser, um sich nicht von der Farbe des Öls beeinflussen zu lassen.

Ein gutes natives Olivenöl extra ist fruchtig in Geschmack und Geruch, es erinnert immer an frische Oliven. In der Regel weist es auch eine gewisse Bitterkeit und Schärfe auf. Bei einem hochwertigen Öl sind diese Merkmale harmonisch ausgewogen, sie verbinden sich mit weiteren Aromen und Duftnoten, die unsere Sinne nach und nach wahrnehmen.

Der französische Begriff „Véraison“ beschreibt die Reifephase der Olive und anderer Früchte, in der die Grünfärbung unreifer Früchte in z.B. dunklere Rot- und Lilatöne reiferer Früchte übergeht. Olivenbauern, die ein hochwertiges Öl produzieren, deuten die Véraison als Signal für den Beginn der Ernte. Erntet man später, wird der Ertrag des Olivenöls zwar höher, die Qualität jedoch geringer.

Durch eine Desodorierung werden minderwertigen Ölen, unangenehme Geschmacks- und Geruchskomponenten entfernt. Gesetzlich darf ein solches Öl nur als raffiniertes Olivenöl verkauft werden. Viele billige Supermarktöle setzen sich dennoch zum großen Teil aus desodoriertem Öl zusammen und werden als „Extra Vergine“ verkauft. Weil es einige Desodorierungsmethoden gibt, die bei weit niedrigeren Temperaturen stattfinden als die normale Raffination, lässt sich eine Desodorierung durch Tests schwer nachweisen.

Bitterkeit oder Schärfe signalisieren das Vorhandensein gesunder Antioxidantien in einem Olivenöl. Lassen Sie sich von diesen beiden Merkmalen nicht abschrecken, sofern Sie harmonisch sind und keines davon unverhältnismäßig dominiert.

Circa 95 % des globalen Olivenöls, wird in Länder hergestellt, die am Mittelmeer liegen.

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